Kuba

Havana, ooh na-na

Woran denkt ihr, wenn ihr euch eine Reise nach Kuba vorstellt…?
Rum und Zigarren,
Oldtimer und bunte Häuser,
Salsa und weiße Strände,
Che Guevara-T-Shirts und Cocktails?
Ja, – das alles findet man dort…
aber wenn genauer hinsieht, findet man einen kommunistischen Inselstaat in der Karibik, in dem Sozialismus nichts mit „sozial“ zu tun hat…
…einen Staat, in dem die Schere zwischen arm und reich extrem groß ist.
…einen Staat, in dem die Regierung nach der großen Revolution mit der neugewonnenen Freiheit nicht umzugehen wusste.
Vor der Revolution war Kuba ein Paradies für die Reichen – aber ein Alptraum für die Arbeiter und Bauern. US-Firmen besaßen den größten Teil der kubanischen Zuckerrohrplantagen und anderer Besitztümer. So kam es dazu, dass Fidel Castro und Ché Guevara gegen die soziale Ungleichheit und Unterdrückung des Volkes kämpften und 1959 die Regierung stürzten.
Es wurde ein Staat nach sozialistischen Prinzipien errichtet, die Kapitalisten wurden enteignet…
… aber der US-Imperialismus schlug zurück indem er ein totales Handels-Embargo verhängte.
Die Feindseligkeit der USA führte u.a. zu extremen Maßnahmen, die die kubanische Wirtschaft zerstören sollten. Es gelang ihnen, Kuba von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu trennen. Bis auf Mexiko brachen alle lateinamerikanischen Nationen die Beziehungen zu Kuba ab.



Weltweit verhängten und verhängen die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen Unternehmen und Geschäftsleute, die wirtschaftliche Beziehungen zu Kuba unterhalten. Dazu kamen Missmanagement und Uneinigkeit in der Kubanischen Regierung. Man konnte sich nicht darüber einig werden, nach welchen Prinzipien der Sozialismus umgesetzt werden sollte und probierte mal dies, mal das.
Bis 1990 unterstützte die Sowjetunion Kuba, aber seit Zusammenbruch der Sowjetunion und anderer sozialistischer Länder des Ostblocks stürzte Kuba in eine bis heute anhaltende Wirtschaftskrise.
Die Folgen kann man sich in Europa nicht vorstellen.
Das Durchschnittsmonatsgehalt liegt bei 200 Pesos (knapp 10 Dollar), welches trotz staatlicher Grundversorgung gerade fürs Überleben reicht.
Es existieren keine Reise- und Vereinigungsfreiheit, kein Recht, Grund und Boden zu erwerben, keine unabhängigen Gerichte, keine Pressefreiheit oder autonome Gewerkschaften.
Nahrungsmittelproduktion und Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs funktionieren extrem schlecht. Im Land fehlt es an fast allem.
Auf importierte Produkte müssen 240 % Steuern gezahlt werden…
ja – das ist kein Tippfehler…240 % Steuern machen die Produkte unverhältnismäßig teuer.
Die beliebten Oldtimer sind dem Umstand geschuldet, dass neue Autos unbezahlbar sind und seit Jahrzehnten alte Fahrzeuge mit Hingabe gepflegt und in Stand gehalten werden.
Die meisten funktionierenden Wirtschaftsunternehmen stehen unter Kontrolle der Armee und des Innenministeriums.
Auf der anderen Seite soll allen Kindern eine Ausbildung ermöglicht und jedem eine medizinische Versorgung gewährleistet, die Lebensqualität durch kulturelle und sportliche Verbreitung gesteigert werden.
…der Kommunismus setzte auf Hochschulabsolventen, aber wer soll die Nahrungsmittelversorgung sichern, wenn alle Kubaner Akademiker werden?


Ein paar Verbesserungen wurden aber 1992 genehmigt, …
das staatliche Monopol für die Durchführung von Außenhandelsgeschäften wurde z.B. beseitigt. Es ist also nun besser möglich Unternehmen zu gründen.
Überweisungen aus dem Ausland und Reisen ins Ausland um Familienbesuche zu machen sind nun erlaubt. Devisen aufgrund von Trinkgeldern, können frei verwendet werden.
Immer mehr Touristen besuchen Kuba und bringen dem Staat Geld ein, …bisher kommen diese Einnahmen dem verarmten Volk aber kaum zugute.
Viele Kubaner sind immer noch darauf angewiesen von der Regierung Mahlzeiten zu bekommen um nicht zu verhungern, sie leben in Gebäuden, die vor sich hin bröckeln.
Das Warenangebot ist begrenzt – teilweise mit Marken rationiert -, der Schwarzmarkthandel blüht.
Dies führt dazu, dass es einerseits Kubaner gibt, die sich mit Goldschmuck behängen um ihrer Wohlstand nach außen zu demonstrieren und andererseits Menschen, die abgemagert am Rande der Stadt leben.


Dennoch erscheinen fast alle Menschen auf eine sehr offene Art freundlich und herzlich. Alle sitzen abends vor der Haustür. Fast jeder schenkt dem anderen ein Lächeln.

Kubanisches Sprichwort:
Das Leben ist kurz, aber ein Lächeln ist nur die Mühe einer Sekunde.
la vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo

Auf den ersten Blick erscheinen alle Kubaner zufrieden zu sein mit dem, was sie haben.
Bei längeren Gesprächen mit den Menschen haben wir aber immer wieder gehört, dass viele verbittert und unzufrieden sind.
Uns hat die Reise in dieses Land geerdet und bestätigt, dass wir glücklich darüber sein können, was wir haben.

Natürlich habe ich in Kuba sehr viele Bilder gemacht und hier nur einige gewählt um euch einen Eindruck über Havanna zu verschaffen.
Wenn euch also eine Seite Kubas besonders interessiert, schreibt mir und ich werde mehr in dieser Richtung zeigen…
Und glaubt mir, ihr solltet die Bilder anklicken um sie in der vollen Größe zu sehen…
und nur so könnt ihr das Herzchen bei den Bilderanklicken, die euch besonders gefallen.

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